Wie viel Zucker hat ein Cocktail? 15 beliebte Drinks im Vergleich
Cocktails schmecken süß, fruchtig, bitter oder sogar überraschend trocken. Aber auch in Drinks, die einen herben, bitteren Geschmack haben, kann viel Zucker stecken.
Wie viel Zucker steckt ist denn nun in einem Cocktail?
Die Antwort hängt stark von der Rezeptur ab. Ein Gin Tonic mit klassischem Tonic Water, das zwar auch Zucker enthält, hat dennoch deutlich weniger Zucker als ein Pornstar Martini oder ein Amaretto Sour.

Auch Liköre, Sirupe, Fruchtsäfte und gesüßte Filler können den Zuckergehalt schnell erhöhen.
In diesem Vergleich zeige ich dir, wie viel Zucker 15 beliebte Cocktails ungefähr enthalten – berechnet anhand konkreter Rezepturen und typischer Produkte.
Zusätzlich findest du die Werte umgerechnet in ungefährer Anzahl an Würfelzucker.
Wichtig: Die Werte sind Näherungswerte und keine allgemein gültigen Durchschnittswerte. Je nach Cocktailrezept, verwendeter Menge und Marke kann der tatsächliche Zuckergehalt deutlich abweichen.
Wie viel Zucker hat ein Cocktail wirklich?
Die Frage „Wie viel Zucker hat ein Cocktail?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten.
Der Zucker kommt normalerweise nicht vom Alkohol selbst, sondern vor allem aus Zutaten wie:
Sirup
Likören
Fruchtsäften
gesüßten Mixgetränken
Aperitifs
Fruchtpürees
gesüßten Kokosprodukten
Ein klassischer Drink aus Spirituose, Limettensaft und wenig Zucker kann deshalb deutlich weniger Zucker enthalten als ein fruchtiger Cocktail mit mehreren süßen Zutaten.
Für die folgende Übersicht habe ich deshalb konkrete Rezepturen zugrunde gelegt und den darin enthaltenen Zucker anhand typischer Produkte berechnet.
👉 Tipp: Du möchtest nicht nur den Zucker, sondern auch den Alkoholgehalt verschiedener Cocktails vergleichen? Hier findest du den großen Vergleich von 15 beliebten Cocktails nach Alkoholgehalt.
Wie viel Zucker haben Cocktails - beliebte Drinks im Vergleich?
Die folgende Tabelle zeigt 15 bekannte Cocktails und Longdrinks im direkten Vergleich.
Als Orientierung: Ein Würfelzucker entspricht hier ungefähr 3 g Zucker - das ist das Gewicht eines durchschnittlichen Würfelzuckers, wie er in Deutschland und Österreich im Handel zu finden ist. Die tatsächliche Größe bzw. das Gewicht eines Würfelzuckers kann je nach Produkt variieren.
Tabelle: Zuckergehalt beliebter Cocktails
Warum sind die Werte nur ungefähr?
Ein Cocktail hat keine weltweit einheitliche Rezeptur. Schon kleine Änderungen können den Zuckergehalt verändern.
Ein Gin Tonic mit 12,5 cl Tonic enthält beispielsweise weniger Zucker als derselbe Drink mit 20 cl.
Auch beim Mojito macht es einen Unterschied, ob zwei oder drei Teelöffel Zucker verwendet werden.
Wie viel Zucker haben einzelne Cocktails?
Die Tabelle zeigt den direkten Vergleich. Bei einigen besonders beliebten Drinks lohnt sich aber ein genauerer Blick auf die Rezeptur:
Wie viel Zucker hat ein Gin Tonic?
Beim Gin Tonic kommt der Zucker fast vollständig aus dem Tonic Water.
Bei einer klassischen Menge von etwa 12,5 bis 15 cl Tonic Water ergeben sich je nach Marke ungefähr 9 bis 14 g Zucker.
Der Gin selbst liefert dabei keinen nennenswerten Zucker.
Deshalb macht es beim Gin Tonic einen deutlichen Unterschied, welches Tonic Water verwendet wird. Ein zuckerreduziertes oder zuckerfreies Tonic kann den Wert entsprechend deutlich senken.

Wie viel Zucker hat ein Mojito?
Beim Mojito ist die Rechnung besonders einfach: Der wesentliche Zuckeranteil kommt aus dem zugesetzten weißen Zucker.
Für diesen Vergleich rechne ich mit 3 Teelöffeln Zucker, also ungefähr 12 g Zucker.
Damit liegt der Mojito trotz seines frischen und leichten Geschmacks ungefähr bei vier Würfelzuckern.
Das zeigt auch, warum Geschmack und Zuckergehalt nicht unbedingt dasselbe sind: Limette und Minze lassen einen Mojito sehr frisch wirken, während der zugesetzte Zucker für die Balance sorgt.
Wie viel Zucker hat ein Aperol Spritz?
Ein Aperol Spritz wird häufig als leichter Drink wahrgenommen. Beim Zuckergehalt sollte man jedoch Aperol und Prosecco getrennt betrachten.
Allein 5 cl Aperol bringen bereits ungefähr 13 g Zucker mit. Dazu kommt der Restzucker des verwendeten Proseccos.
Der tatsächliche Wert hängt deshalb stark von der verwendeten Rezeptur und vom Prosecco ab.
Wie viel Zucker hat ein Espresso Martini?
Beim Espresso Martini stammt der Zucker vor allem aus dem Kaffeelikör und – je nach Rezept – zusätzlich aus Zuckersirup.
Mit 3 cl Kaffeelikör und 1 cl Zuckersirup (im Verhältnis 1 Teil Wasser auf 1 Teil Zucker) kommt ein typischer Espresso Martini auf ungefähr 15 g Zucker.
Das entspricht rund fünf Würfelzuckern.
Gerade beim Espresso Martini kann die Rezeptur einen großen Unterschied machen: Wer zusätzlich Zucker oder einen besonders süßen Kaffeelikör verwendet, erhöht den Wert entsprechend.
Wie viel Zucker hat ein Hugo?
Beim Hugo ist der Holunderblütensirup die wichtigste Zuckerquelle.
Bei 2 cl Sirup entstehen ungefähr 16 g Zucker, bevor weitere Zutaten berücksichtigt werden.
Damit liegt der Hugo beim Zuckergehalt deutlich höher, als sein leichter und frischer Charakter vermuten lässt. Ebenso etwas weniger Zucker hat der Hugo Spritz, der statt des Holundersirup mit Holunderlikör zubereitet wird.
Wie viel Zucker hat ein Long Island Iced Tea?
Der Long Island Iced Tea kombiniert mehrere Zutaten, die Zucker beitragen können.
Für den Vergleich rechne ich mit:
1 cl 1:1-Zuckersirup
1,5 cl Cointreau
3 cl Coca-Cola
Daraus ergeben sich ungefähr 12 g Zucker.
Gerade die Cola wird dabei häufig unterschätzt: Coca-Cola Original enthält rund 10,6 g Zucker pro 100 ml. Bei 3 cl sind das bereits etwa 3,2 g Zucker.
Wie viel Zucker hat ein Amaretto Sour?
Der Amaretto Sour gehört zu den deutlich süßeren klassischen Sours.
Bei 5 cl Amaretto und 1 cl 1:1-Zuckersirup kommen wir auf ungefähr 21 g Zucker.
Das entspricht etwa sieben Würfelzuckern.
Dabei ist der verwendete Amaretto entscheidend. Liköre müssen einen bestimmten Mindestgehalt an süßenden Bestandteilen aufweisen, die genaue Rezeptur unterscheidet sich aber von Produkt zu Produkt.

Wie viel Zucker hat ein Pornstar Martini?
Der Pornstar Martini gehört in diesem Vergleich zu den zuckerreichsten Drinks.
Mit beispielsweise:
2 cl Passionsfruchtlikör
5 cl gesüßtem Passionsfruchtpüree
2 cl Vanillesirup
kommt die Rezeptur auf ungefähr 32 bis 34 g Zucker.
Das entspricht grob 11 Würfelzuckern.
Der Grund liegt nicht nur in einer einzelnen Zutat, sondern in der Kombination mehrerer süßer Komponenten.
Wenn du mehr über die Entstehung, Rezeptur und Besonderheiten dieses Cocktails erfahren möchtest, findest du hier meinen ausführlichen Beitrag zum Pornstar Martini und seiner Geschichte.
Wie viel Zucker hat eine Piña Colada?
Auch die Piña Colada gehört zu den süßeren Cocktails.
Bei einer klassischen Rezeptur mit 5 cl weißem Rum, 3 cl Coconut Cream und 6-8 cl frischem Ananassaft ergeben sich ungefähr 22 bis 23 g Zucker.
Der größte Anteil kommt dabei aus der gesüßten Kokoscreme.
Welcher Cocktail hat am meisten Zucker?
Von den 15 hier verglichenen Drinks liegt der Pornstar Martini mit ungefähr 32 bis 34 g Zucker an der Spitze.
Dahinter folgen in dieser Beispielrechnung die Piña Colada mit etwa 22 bis 23 g und der Amaretto Sour mit ungefähr 21 g.
Dabei sollte man aber nicht vergessen: Das ist kein allgemeines Ranking aller Cocktails. Schon eine veränderte Rezeptur kann die Reihenfolge verändern.
Ein Cocktail mit mehr Sirup oder einem anderen Likör kann beispielsweise deutlich mehr Zucker enthalten als die hier berechnete Variante.
Welche Cocktails enthalten wenig Zucker?
Wer beim Cocktail auf möglichst wenig Zucker achten möchte, muss nicht automatisch auf Geschmack verzichten.
Besonders interessant sind Drinks, die ohne Sirup, Fruchtsäfte oder stark gesüßte Filler auskommen.
Beispiele sind:
Skinny Bitch: praktisch kein Zucker
Margarita: in dieser Rezeptur etwa 5 g
Gin Tonic: abhängig vom Tonic etwa 9–14 g
Negroni: etwa 12 g
Noch wichtiger als der Name des Cocktails ist dabei die konkrete Rezeptur.
Ein „leichter“ Cocktail kann durch zusätzlichen Sirup schnell deutlich mehr Zucker enthalten.

Wie viel Zucker ist in Cocktails – und woher kommt er?
Der Zuckergehalt eines Cocktails setzt sich meistens aus mehreren kleinen und größeren Quellen zusammen.
Läuterzucker bzw. Zuckersirup
Zuckersirup ist die offensichtlichste Quelle. Schon 1 cl eines klassischen 1:1-Sirups enthält ungefähr 5 g Zucker.
Bei 2 cl sind es bereits etwa 10 g.
Liköre
Auch Liköre enthalten häufig erhebliche Mengen Zucker. Das ist Teil ihres Charakters und ihrer Herstellung.
Besonders süße Liköre können deshalb bereits in kleinen Mengen einen relevanten Beitrag zum Zuckergehalt eines Cocktails leisten.
Fruchtsäfte
Orange, Cranberry, Ananas oder andere Fruchtsäfte enthalten natürlichen Zucker.
Bei Cocktails mit mehreren Zentilitern Saft summiert sich dieser Anteil entsprechend.
Sirupe, Honig und gesüßte Filler
Holunderblütensirup, Vanillesirup, Grenadine oder gesüßte Softdrinks können den Zuckergehalt eines Drinks schnell erhöhen.
Genau hier liegt häufig der größte Unterschied zwischen zwei scheinbar ähnlichen Rezepturen.
Hat Alkohol selbst Zucker?
Reiner Ethanol enthält keinen Zucker.
Spirituosen wie Gin, Wodka oder Rum können nach der Destillation praktisch keinen relevanten Zucker enthalten.
Das bedeutet aber nicht, dass alkoholische Getränke automatisch zuckerfrei sind. Achtung ist vor allem beim Rum geboten - diesem wird häufig vor der Abfüllung in die Flaschen noch Zucker zugesetzt (womit einige der Produkte schon eher einem Likör gleichen).
💡 TIPP: du möchstest wissen, wie viel Zucker in einer Flasche Rum steckt? Wir haben dir diese Zuckermengen im Rum in einer übersichtlichen Tabellen in diesem Blog Beitrag zusammengefasst.
Liköre, Aperitifs und andere aromatisierte Spirituosen werden dagegen im Regelfall mit Zucker oder anderen süßenden Bestandteilen hergestellt.
Deshalb sollte man bei einem Cocktail nicht nur auf die Basisspirituose schauen.
Wenn dich neben Zucker auch der Alkoholgehalt interessiert, habe ich hier bereits ausführlich erklärt, wie viel Alkohol ein Cocktail tatsächlich enthält.
Ist ein Cocktail mit weniger Zucker automatisch kalorienärmer?
Nicht unbedingt.
Zucker liefert Energie, aber auch Alkohol hat einen hohen Energiegehalt.
Deshalb kann ein Cocktail mit wenig Zucker trotzdem relativ viele Kalorien enthalten, wenn er eine größere Menge Alkohol enthält.
Umgekehrt bedeutet ein hoher Zuckergehalt nicht automatisch, dass ein Cocktail besonders viel Alkohol enthält.
Zucker und Alkohol sollte man deshalb getrennt betrachten.
Wie kannst du den Zuckergehalt eines Cocktails reduzieren?
Wer einen Cocktail weniger süß gestalten möchte, muss nicht einfach nur weniger Sirup hineingeben.
Besser ist es, die gesamte Rezeptur neu auszubalancieren.
Zum Beispiel:
weniger Zuckersirup verwenden
weniger süße Liköre einsetzen
trockene Varianten von Aperitifs oder Wermut wählen
frische Säure stärker nutzen
ungesüßte oder zuckerreduzierte Mixer verwenden
mit Kräutern, Gewürzen und Bitters mehr Aromatik erzeugen

Dabei sollte man allerdings auf die Balance achten.
Weniger Zucker bedeutet nicht automatisch einen besseren Cocktail.
Ein guter Drink lebt vom Zusammenspiel aus Süße, Säure, Bitterkeit, Alkohol, Aroma und Textur.
Wer zuhause Cocktails mixt, kann gerade über selbstgemachte Sirupe, Kräuter und Liköre viel Einfluss auf die Süße nehmen. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag Hausbar DIY: Cocktails, Sirup, Kräuterlikör & leichte Drinks.
Fazit: Wie viel Zucker hat ein Cocktail?
Die Frage „Wie viel Zucker hat ein Cocktail?“ lässt sich nicht pauschal beantworten.
In unserem Vergleich reicht die Spanne von praktisch 0 g beim Skinny Bitch bis zu ungefähr 32–34 g beim Pornstar Martini.
Dazwischen liegen Klassiker wie Margarita, Gin Tonic, Mojito, Negroni, Aperol Spritz oder Espresso Martini.
Entscheidend ist immer die konkrete Rezeptur. Schon wenige Zentiliter mehr Sirup, Likör oder Fruchtsaft können den Zuckergehalt deutlich verändern.
Wenn du also wissen möchtest, wie viel Zucker in deinem Lieblingscocktail steckt, solltest du nicht nur nach dem Namen des Drinks suchen – sondern auf die tatsächlich verwendeten Zutaten und Mengen schauen.
Und genau das ist für mich als Barkeeper auch der interessante Punkt: Eine gute Cocktailrezeptur besteht nicht darin, möglichst viel Zucker einzusetzen. Sie lebt von Balance.






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