Wie viel Alkohol hat ein Cocktail? 15 beliebte Cocktails im Vergleich
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Wie viel Alkohol steckt eigentlich in einem Cocktail?
Eine einfache Frage – aber die Antwort ist überraschend kompliziert.
Denn ein Cocktail mit 12 % vol. muss nicht automatisch mehr Alkohol enthalten als einer mit 8 % vol. Entscheidend ist nicht nur der Alkoholgehalt in Volumenprozent, sondern auch, wie groß das gesamte Getränk ist, dh. wieviel Füllmenge es hat und wie viel Spirituose tatsächlich verwendet wurde.

Ein 4-cl-Cocktail und ein 25-cl-Longdrink können deshalb trotz völlig unterschiedlicher Alkoholkonzentration eine ähnliche Menge reinen Alkohols enthalten.
Und dann kommt noch etwas hinzu:
Cocktails werden nicht überall nach exakt demselben Rezept gemixt.
Eine Margarita kann mit 4 oder 5 cl Tequila zubereitet werden. Ein Gin Tonic kann je nach Bar unterschiedlich stark ausfallen. Beim Long Island Iced Tea unterscheiden sich die Rezepturen teilweise erheblich.
Deshalb geht es in diesem Artikel nicht darum, jedem Cocktail eine angeblich „offizielle“ Alkoholstärke zuzuschreiben.
Stattdessen vergleichen wir typische Beispielrezepturen und berechnen daraus den theoretischen Alkoholgehalt sowie die Menge an reinem Alkohol.
Was bedeutet Alkoholgehalt in Volumenprozent (Vol.-%)?
Die Angabe Vol.-% oder (%- vol.) beschreibt die Konzentration von Alkohol in einem Getränk (und ist bei alkoholischen Getränken am Etikett der Flasche anzugeben).
Eine Spirituose mit 40 % vol. enthält beispielsweise 40 ml Ethanol pro 100 ml Flüssigkeit.
Das bedeutet aber nicht, dass ein Cocktail mit 10 % vol. automatisch weniger Alkohol enthält als ein Cocktail mit 15 % vol.
Warum?
Weil die Gesamtmenge des Getränks entscheidend ist.
Ein 10-cl-Cocktail mit 15 % vol. enthält beispielsweise:
10 cl × 15 % = 1,5 cl reinen Alkohol
Ein 20-cl-Cocktail mit 10 % vol. enthält dagegen:
20 cl × 10 % = 2 cl reinen Alkohol
Der zweite Drink hat also den niedrigeren Alkoholgehalt in % vol., enthält aber mehr reinen Alkohol.
👉 Tipp: Interessante Informationen, die ein Etikett enthalten kann, haben wir in diesem Blog Beitrag zusammengefasst.

Wie berechnet man die Menge an reinem Alkohol in einem Cocktail?
Für einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Getränken ist die Angabe in Gramm reinem Alkohol besonders hilfreich.
Die WHO verwendet für entsprechende Berechnungen eine Ethanoldichte von rund 0,793 g/ml.
Die vereinfachte Formel lautet:
Getränkemenge × Alkoholgehalt × 0,793 = Gramm reiner Alkohol
Beispiel:
4 cl einer Spirituose mit 40 % vol.:
40 ml × 0,40 × 0,793 = 12,7 g reiner Alkohol
Damit können wir Cocktails, Bier und Wein miteinander vergleichen.
👉 Tipp: Wieviel Kalorien Alkohol enthält erfährst du in diesem Blog Beitrag
Warum derselbe Cocktail unterschiedlich stark sein kann
Das Rezept spielt eine entscheidende Rolle.
Ein Cocktail ist kein industriell abgefülltes Getränk mit immer exakt identischer Zusammensetzung.
In einer Bar können beispielsweise folgende Faktoren variieren:
Menge der Basisspirituose
Alkoholgehalt der verwendeten Spirituose
Menge und Art des Likörs
Filler-Menge (dh. die Menge an alkoholfreien Zutaten, wie zum Beispiel Säfte, Sirupe, Sodawasser, Tonic, etc.)
Größe des Glases
Eis und Verdünnung
Rezeptur der jeweiligen Bar
Deshalb sind die folgenden Werte Vergleichswerte und keine universell gültigen Alkoholangaben für jeden einzelnen Cocktail.
Das gilt besonders für Drinks wie Gin Tonic, Moscow Mule, Hugo oder Spritz.
Wie viel Alkohol haben 15 beliebte Cocktails?
Für den Vergleich verwenden wir jeweils eine typische Beispielrezeptur und berechnen daraus die theoretische Alkoholmenge.
Cocktail | Beispielhafte alkoholische Zutaten | Reiner Alkohol* |
Aperol Spritz | Aperol + Prosecco | ca. 8–9 g |
Hugo | Holunderlikör/Sirup + Prosecco | ca. 8–10 g |
Sarti Spritz | Sarti + Prosecco | ca. 8–10 g |
Lillet Wild Berry | Lillet + alkoholfreier Filler | ca. 9–10 g |
Gin Tonic | 4 cl Gin, 40 % | 12,7 g |
Moscow Mule | 4 cl Vodka, 40 % | 12,7 g |
Mojito | 5 cl Rum, 40 % | 15,9 g |
Margarita | 5 cl Tequila, 40 % + Orangenlikör | ca. 17–19 g |
Piña Colada | Rum + Kokoslikör | ca. 16–20 g |
Sex on the Beach | Vodka + Pfirsichlikör | ca. 13–16 g |
Pornstar Martini | Vodka + Passionsfruchtlikör | ca. 15–18 g |
Espresso Martini | Vodka + Kaffeelikör | ca. 15–18 g |
Americano | Campari + roter Vermouth | ca. 8–10 g |
Negroni | Gin + Campari + Vermouth | ca. 19–22 g |
Long Island Iced Tea | mehrere Spirituosen + Likör | ca. 25–30 g |
* Orientierungswerte auf Basis typischer Beispielrezepturen. Tatsächliche Werte können je nach Rezept, Marken und Ausschankmenge abweichen.
Wichtig: Bei Drinks mit Prosecco, Soda oder anderen Fillern hängt die genaue Berechnung stark von der verwendeten Menge und dem Alkoholgehalt der jeweiligen Produkte ab. Die Tabelle sollte deshalb nicht als „offizielle Alkoholgehaltstabelle“ verstanden werden.
👉 Tipp: Du möchtest nicht nur den Alkoholgehalt, sondern auch die Menge an Zucker verschiedener Cocktails vergleichen? Hier findest du den großen Vergleich von 15 beliebten Cocktails nach deren Zuckergehalt.

Wie viel Alkohol enthält ein Aperol Spritz?
Der Aperol Spritz ist ein gutes Beispiel dafür, warum man bei Cocktails genauer hinsehen muss.
Eine typische Rezeptur besteht aus Prosecco, Aperol und etwas Soda.
Dadurch enthält das Getränk zwar Alkohol aus zwei alkoholischen Komponenten, wird aber gleichzeitig durch das größere Gesamtvolumen deutlich verdünnt.
Das Ergebnis ist ein vergleichsweise leichter Cocktail (Low ABV).
Wie stark der Drink tatsächlich ist, hängt allerdings davon ab, ob beispielsweise 6 cl oder 9 cl Prosecco verwendet werden und welche Rezeptur die Bar verwendet.
Wie viel Alkohol hat ein Hugo?
Auch beim Hugo hängt die tatsächliche Alkoholmenge stark von der Rezeptur ab.
Wird der Drink mit Prosecco und Holunderblütensirup beziehungsweise Holunderblütenlikör zubereitet, stammt der Alkohol hauptsächlich aus dem Schaumwein und gegebenenfalls aus dem Likör.
Ein Hugo schmeckt meist leichter als ein klassischer Short Drink – enthält aber selbstverständlich trotzdem Alkohol.
Gerade der große Anteil an Eis, Soda und Schaumwein sorgt für ein anderes Trinkgefühl als bei einem Negroni.
Wie viel Alkohol hat ein Sarti Spritz?
Der Sarti Spritz funktioniert ähnlich wie andere Spritz-Varianten:
Likör + Schaumwein + Soda + Eis
Auch hier ist die Rezeptur entscheidend.
Ein größerer Anteil Prosecco oder eine großzügigere Menge Sarti verändert sowohl das Volumen als auch die Alkoholmenge.
Der Vergleich zeigt deshalb sehr schön, warum man bei Spritz-Getränken nicht einfach vom Namen auf eine bestimmte Alkoholstärke schließen kann.

Wie viel Alkohol hat Lillet Wild Berry?
Lillet Wild Berry ist ein gutes Beispiel für ein Getränk, das durch seinen fruchtigen Geschmack und den großen Anteil an alkoholfreiem Filler (in diesem Fall einer Limonade) vergleichsweise leicht wirkt.
Der Alkohol stammt hier vor allem aus dem Lillet.
Je mehr Wild Berry beziehungsweise anderer alkoholfreier Filler verwendet wird, desto niedriger wird der Alkoholgehalt des fertigen Getränks in % vol.
Die Menge an Alkohol aus dem verwendeten Lillet bleibt natürlich davon abhängig, wie viel davon tatsächlich im Glas landet.
Wenn dich Lillet und seine Verwendung in Cocktails interessieren, passt dazu auch mein Beitrag über den 20th Century Cocktail, bei dem Lillet eine ganz andere Rolle spielt.
Wie viel Alkohol hat ein Gin Tonic?
Der Gin Tonic ist ein klassischer Highball.
Bei beispielsweise 4 cl Gin mit 40 % vol. stecken zunächst:
12,7 g reiner Alkohol
im Glas.
Wie hoch der fertige Drink in % vol. ist, hängt anschließend davon ab, wie viel Tonic Water und Eis verwendet werden.
Ein Gin Tonic mit 4 cl Gin und 12 cl Tonic enthält deshalb dieselbe ursprüngliche Alkoholmenge wie ein Gin Tonic mit 4 cl Gin und 16 cl Tonic.
Der zweite schmeckt jedoch leichter und hat eine niedrigere Alkoholkonzentration, wobei die aufgenommene Alkoholmenge dabei unverändet bleibt.
Mehr zum Thema Highball und Longdrink erkläre ich in meinem Beitrag „Was ist ein Highball? Unterschied zwischen Highball und Longdrink erklärt“ und in Kürze erscheinen wird.
Wie viel Alkohol hat ein Moscow Mule?
Auch der Moscow Mule ist im Grunde ein typischer Longdrink beziehungsweise Highball-artiger Drink.
Bei 4 cl Vodka mit 40 % vol. kommen ebenfalls rund 12,7 g reiner Alkohol aus der Spirituose.
Ginger Beer, Limette und Eis vergrößern anschließend das Gesamtvolumen und verändern die Konzentration.
Der Moscow Mule ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass ein großes, erfrischendes Getränk nicht automatisch wenig Alkohol enthält.

Wie viel Alkohol hat ein Mojito?
Ein Mojito wird häufig mit rund 5 cl Rum zubereitet.
Bei 5 cl Rum mit 40 % vol. ergibt sich:
50 ml × 0,40 × 0,793 = 15,9 g reiner Alkohol
Dazu kommen Limette, Zucker, Minze, Soda und Eis.
Der fertige Drink kann deshalb wesentlich weniger als 40 % vol. haben – die ursprüngliche Alkoholmenge aus den 5 cl Rum bleibt aber bestehen.
Wie viel Alkohol hat eine Margarita?
Die Margarita ist interessant, weil sie vergleichsweise wenig alkoholfreie Zutaten enthält.
Eine typische Rezeptur besteht aus:
Tequila
Orangenlikör
Limettensaft
Damit kommt ein größerer Anteil des Getränks aus alkoholischen Zutaten.
Je nach Rezeptur kann eine Margarita deshalb deutlich mehr reinen Alkohol enthalten als ein leichter Spritz oder Highball.
Gerade bei Margarita (👉 hier geht´s zum Rezept) lohnt es sich, die tatsächlichen Mengen der verwendeten Spirituosen und Liköre zu betrachten.
Wie viel Alkohol hat eine Piña Colada?
Die Piña Colada wirkt durch Kokos, Ananas und ihre cremige Textur oft wie ein sehr milder Drink, vor allem wenn man einen leichten Rum verwendet (wie zum Beispiel den "weißen" Bacardi).
Tatsächlich enthält sie aber Rum und je nach Rezept zusätzlich einen Kokoslikör oder eine andere alkoholische Zutat.
Damit kann die tatsächliche Alkoholmenge durchaus höher liegen, als der süße Geschmack vermuten lässt.
Geschmack und Alkoholstärke sind zwei verschiedene Dinge.
Wie viel Alkohol hat ein Sex on the Beach?
Der Sex on the Beach ist ein besonders gutes Beispiel für einen Cocktail, bei dem der Alkohol durch Fruchtsaft und das große Volumen leicht in den Hintergrund tritt.
Typischerweise kommen Vodka und Pfirsichlikör mit Fruchtsäften zusammen.
Dadurch entsteht ein fruchtiger Longdrink, der weniger alkoholisch schmecken kann als ein Negroni oder Martini.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er wenig Alkohol enthält.
Gerade fruchtige Cocktails können mehr Alkohol enthalten, als ihr Geschmack vermuten lässt.

Wie viel Alkohol hat ein Pornstar Martini?
Beim Pornstar Martini kommen mehrere Komponenten zusammen, häufig unter anderem Vodka und Passionsfruchtlikör.
Dadurch entsteht trotz des fruchtigen Charakters ein Cocktail mit einer durchaus relevanten Alkoholmenge.
Zusätzlich wird häufig ein kleines Glas Prosecco separat serviert.
Für die Berechnung sollte dieser separate Prosecco unbedingt getrennt betrachtet werden, weil er nicht Bestandteil des eigentlichen Cocktailvolumens ist.
👉 Tipp: Möchtest du wissen, warum der Pornstar Martini so heißt und auch der Espresso Martini zu seinem Namen kommt? - Die Antwort liest du in diesem Blog Beitrag
Wie viel Alkohol hat ein Espresso Martini?
Der Espresso Martini basiert auf Vodka und Kaffeelikör.
Durch Espresso und Eis entsteht ein kräftiger, aber relativ kompakter Cocktail.
Gerade deshalb kann der Alkoholgehalt in % vol. deutlich höher ausfallen als bei einem großen Longdrink.
Das kleine Glas bedeutet also nicht automatisch wenig Alkohol.
Americano vs. Negroni: Was macht der Gin aus?
Hier wird der Vergleich besonders interessant.
Beide Cocktails haben eine gemeinsame Basis:
Campari + roter Vermouth
Der Unterschied:
Beim Negroni kommt Gin dazu.
Beim Americano wird stattdessen Soda verwendet.
Das verändert nicht nur den Alkoholgehalt, sondern auch das gesamte Trinkgefühl.
Der Americano wird durch Soda verlängert und erhält zusätzliche Kohlensäure. Der Negroni enthält dagegen drei alkoholische Komponenten und praktisch keinen alkoholfreien Filler.
Dadurch kann ein Negroni mehr als doppelt so viel reinen Alkohol wie ein Americano enthalten – abhängig von der verwendeten Rezeptur.
Der Vergleich zeigt besonders anschaulich:
Nicht nur die Menge des fertigen Cocktails entscheidet darüber, wie viel Alkohol enthalten ist. Entscheidend ist, welche Zutaten in welcher Menge verwendet werden.
Welcher Cocktail hat am meisten Alkohol?
Wenn man die 15 Beispielrezepturen betrachtet, landet der Long Island Iced Tea häufig weit vorne.
Das liegt daran, dass mehrere Spirituosen zusammenkommen.
Typischerweise enthält er beispielsweise:
Vodka
Gin
Rum
Tequila
Orangenlikör
Dazu kommen Zitronensaft, Zuckersirup und Cola.
Der Name kann dabei etwas irreführend sein.
Tee ist normalerweise gar nicht enthalten.
Seine typische Farbe erinnert lediglich an Eistee.
Und genau deshalb ist der Long Island Ice Tea ein gutes Beispiel dafür, warum man bei Cocktails nicht allein auf Geschmack, Farbe oder Glasgröße schließen sollte.

Was ist stärker: Negroni oder Long Island Iced Tea?
Das hängt von der jeweiligen Rezeptur ab.
Ein klassischer Negroni besteht zu gleichen Teilen aus Gin, Campari und rotem Vermouth.
Ein Long Island Iced Tea enthält dagegen mehrere Spirituosen, allerdings jeweils in relativ kleinen Mengen.
Nach Gramm reinem Alkohol kann der Long Island Iced Tea bei vielen Rezepturen vorne liegen.
Beim Alkoholgehalt in % vol. kann die Reihenfolge jedoch anders aussehen.
Das zeigt erneut:
„Stärker“ kann bei einem Cocktail verschiedene Dinge bedeuten.
Alkoholgehalt oder Gramm Alkohol – was ist wichtiger?
Für die reine Getränkecharakteristik ist % vol. eine wichtige Angabe.
Wenn man aber wissen möchte, wie viel Alkohol tatsächlich im Glas steckt, ist die Menge an reinem Alkohol in Gramm wesentlich aussagekräftiger.
Das lässt sich am einfachsten mit Bier und Wein vergleichen.
Getränk | Menge | Alkoholgehalt | Reiner Alkohol |
Bier | 0,4 l | 5 % vol. | ca. 15,9 g |
Wein | 1/8 l | 12 % vol. | ca. 11,9 g |
4 cl Spirituose | 4 cl | 40 % vol. | ca. 12,7 g |
Damit wird deutlich:
Ein kleines Glas mit 4 cl einer 40-prozentigen Spirituose enthält ungefähr genauso viel reinen Alkohol wie ein 1/8 l Wein mit 12 % vol.
Ein 0,4-l-Bier mit 5 % vol. enthält aufgrund seiner größeren Menge sogar etwas mehr.
Warum schmeckt ein Cocktail manchmal weniger alkoholisch, als er ist?
Alkohol wird nicht ausschließlich über seinen tatsächlichen Gehalt wahrgenommen.
Süße, Säure, Kohlensäure, Fruchtaromen, Bitterstoffe und Temperatur beeinflussen das Geschmacksempfinden.
Ein süßer, fruchtiger Cocktail kann deshalb deutlich weniger alkoholisch wirken als ein trockener Short Drink.
Das Geschmacksempfinden ist kein zuverlässiger Alkoholmesser.
Ein Negroni schmeckt beispielsweise deutlich alkoholischer und bitterer als ein fruchtiger Sex on the Beach – obwohl der tatsächliche Unterschied in der enthaltenen Alkoholmenge je nach Rezeptur kleiner sein kann, als man zunächst vermutet.
👉 Tipp: Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb der gleiche Cocktail daheim anders schmeckt, als in der Bar? Die Antwort findest du in diesem Blog Beitrag
Welche Rolle spielt Eis beim Alkoholgehalt eines Cocktails?
Eis verändert den Cocktail auf zwei Arten:
Es kühlt und es verdünnt.
Während das Eis schmilzt, gelangt Wasser in den Drink. Dadurch steigt das Gesamtvolumen, während die ursprünglich enthaltene Menge Ethanol gleich bleibt.
Der Alkoholgehalt in % vol. sinkt dadurch.
Die Menge des bereits im Drink vorhandenen reinen Alkohols verändert sich durch die Verdünnung dagegen nicht.
Das ist auch der Grund, warum professionelle Barkeeper Eis nicht als „Wasser im Cocktail“ betrachten, das möglichst vermieden werden sollte.
Kontrollierte Verdünnung gehört zur Zubereitung eines guten Cocktails.
Gibt es einen „unbedenklichen“ Alkoholgehalt bei Cocktails?
Eine bestimmte Menge Alkohol lässt sich nicht seriös als gesundheitlich völlig unbedenklich bezeichnen.
Die Weltgesundheitsorganisation verwendet Gramm reinen Alkohol unter anderem zur Beschreibung und Vergleichbarkeit des Konsums. Sie definiert daraus aber keinen allgemein gültigen, sicheren Tagesgrenzwert. Außerdem unterscheiden sich nationale Definitionen eines „Standardgetränks“.
Für diesen Artikel bedeutet das:
Die Grammangaben dienen ausschließlich dazu, die Alkoholmenge verschiedener Getränke miteinander zu vergleichen.
Sie sind keine Empfehlung dafür, wie viel Alkohol man trinken sollte.

Wie stark ist ein Cocktail wirklich?
Die Antwort lautet deshalb:
Es kommt auf das Rezept an.
Ein Cocktailname allein sagt noch nicht, wie viel Alkohol darin steckt.
Entscheidend sind:
Wie viel Spirituose wird verwendet?
Welchen Alkoholgehalt hat sie?
Welche Liköre kommen dazu?
Wie groß ist der Filleranteil?
Wie viel Eis und Verdünnung gibt es?
Wie groß ist der fertige Drink?
Genau deshalb können zwei Bars denselben Cocktail servieren und trotzdem einen unterschiedlich starken Drink ins Glas geben.
Und das ist kein Fehler.
Cocktailrezepte sind keine industriellen Normprodukte.
Fazit: Wie viel Alkohol hat ein Cocktail.
Der stärkste Cocktail ist nicht immer der, der auch so schmeckt
Ein Cocktail mit 15 % vol. muss nicht mehr reinen Alkohol enthalten als ein großer Longdrink mit 8 % vol.
Und ein fruchtiger Cocktail muss nicht automatisch alkoholarm sein.
Wer Cocktails wirklich vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Prozentangabe schauen, sondern auf die gesamte Rezeptur und die Menge an reinem Alkohol im Glas.
Genau das macht den Blick auf Cocktails so interessant:
Ein Aperol Spritz, ein Mojito, ein Gin Tonic, ein Negroni und ein Long Island Iced Tea können auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein – und trotzdem lassen sie sich anhand ihrer Zutaten und Alkoholmengen sinnvoll miteinander vergleichen.
Und wer sich nicht nur die Frage stellt: Wie viel Alkohol hat ein Cocktail, sondern auch verstehen möchte, warum ein Cocktail ausgewogen schmeckt, kommt an den Grundlagen der Bar nicht vorbei.
In meinen Cocktailkursen geht es deshalb nicht nur ums Shaken und Mixen. Wir beschäftigen uns auch mit Spirituosen, Zutaten, Eis, Techniken, Balance und der Frage, warum ein guter Cocktail funktioniert.






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