Warum Tequila bei vielen einen schlechten Ruf hat – und wie guter Tequila wirklich schmeckt
- Mate KENDE

- 21. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Tequila – in Deutschland und Österreich oft verbunden mit langen Partynächten, Salz, Zitrone und Kopfschmerzen am Tag danach. Doch hinter dem Image des „Party-Getränks“ steckt weit mehr: eine Spirituose voller Tradition, Handwerk und Nuancen. Wer die Herstellung versteht und hochwertige Varianten probiert, erkennt: Tequila kann ebenso komplex und elegant sein wie Rum oder Whisky.

Schon gewusst?
Neben Mexiko gibt es auch Agaven-Destillate aus den USA, Australien oder Südafrika.
Und in Mexiko selbst entstehen neben Tequila auch Spirituosen wie Raicilla, Sotol oder Bacanora – ähnlich hergestellt, aber oft weniger bekannt.
Qualitätsunterschiede: Mixto vs. 100 % Agave
Ein großer Grund für den schlechten Ruf: Viele Konsument:innen kennen von damals nur günstige Mixto-Tequilas, die nur zu 51 % aus blauer Weber-Agave bestehen, der Rest aus Zuckerrohr oder anderen Zusatzstoffen.
Diese Produkte schmecken oft scharf, künstlich und führen zu unangenehmer Nachwirkung.
Im Gegensatz dazu bietet 100 % Agave Tequila eine saubere Aromastruktur, von fruchtig bis erdig, mit deutlich angenehmerer Trink-Erfahrung.
Also als Tipp: vor dem nächsten Kauf das Etikett der Tequila Flasche genau anschauen. Tequilas die zu 100% aus Agaven hergestellt werden, kommunizieren dies selbstverständlich auf ihren Etiketten. Mixtos deklarieren sich hingegen freilich nicht als solche.
Historische Party-Kultur, Massenproduktion und schlechter Ruf des Tequila
In den 1980er- und 1990er-Jahren populär: Salz + Zitrone + Shot – oft konsumiert in großen Mengen ohne Genuss. Gleichzeitig führte der globale Tequila-Boom zu industrieller Produktion und teilweise minderwertigen Zutaten. Das machte die Spirituose billig, aber geschmacklich enttäuschend und führte mitunter auch zum schlechten Ruf.
Hinzu kommt, dass viele nicht wissen, dass Tequila gesetzlich geschützt ist. Nur Produkte aus blauer Weber-Agave, in bestimmten Regionen Mexikos nach strikten Regeln hergestellt, dürfen sich „Tequila“ nennen (Consejo Regulador del Tequila, CRT).

Herstellung von Tequila – warum guter Tequila besonders ist
Die Charakteristik eines guten Tequilas entsteht über mehrere Prozesse:
Agavenanbau: Blaue Weber-Agaven brauchen 6–12 Jahre bis zur Reife.
Backen & Zerkleinern: Traditionell in Öfen oder modern in Autoklaven gegart.
Fermentation & Destillation: Sorgfältige Steuerung von Hefe, Temperatur und Destillationsdurchläufen.
Lagerung: Blanco/Silver (ungelagert), Reposado (2–12 Monate), Añejo (1–3 Jahre), Extra Añejo (>3 Jahre).
Cristallino Tequila: Lange gelagerter Tequila, anschließend gefiltert, Farbe entfernt, Geschmack komplex erhalten.
Tequila vs. Mezcal – Unterschiede kurz erklärt
Obwohl beide Agaven-Destillate sind, unterscheiden sie sich deutlich:
Kategorie | Tequila | Mezcal |
Rohstoff | Blaue Weber-Agave | Verschiedene Agavenarten |
Region | Bestimmte Bundesstaaten Mexikos | Fast ganz Mexiko |
Geschmack | Klar, fruchtig | Rauchig, erdig |
Herstellung | Gedämpft in Öfen | Traditionell in Erdgruben geräuchert |
Typische Servierweise | Pur, Cocktails | Pur, einige Cocktails |
Klassische und moderne Cocktails
Guter Tequila glänzt in Cocktails – weit über die Party-Shots hinaus:
Paloma: Tequila, Grapefruit, Limette, Soda.
Batanga: Tequila, Cola, Limette, Salzrand.
Naked & Famous: Tequila, Aperol, Chartreuse, Limette – ein moderner Klassiker.
Wer mehr über Tequila & Mezcal Tastings erfahren oder selbst verkosten möchte, findet hier mein Angebot: Tequila & Mezcal Tasting

Fazit: Tequila ist komplex, nicht billig
Tequila ist weit mehr als Party-Shots. Wer hochwertige Produkte probiert, entdeckt Komplexität, Handwerkskunst und feine Aromen. Statt Pauschalurteile lohnt es sich, bewusst zu verkosten – pur oder in klassischen Cocktails. Ein Tasting oder selbst gemixte Drinks bieten die beste Möglichkeit, den schlechten Ruf von Tequila zu widerlegen und die Vielfalt zu erleben.






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