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Barkeeper sind wie Eltern bei einer Pyjama-Party – Beruf, Alltag & Einblicke in die Arbeit hinter der Bar

Aktualisiert: 12. Dez. 2025

Mythos vs. Realität – Alltag eines Barkeepers


Als Barkeeper ist mein Ziel – damals wie heute – einfach: den Gästen an der Bar ein tolles Erlebnis und einen unvergesslichen Abend zu bereiten.

Man könnte denken, es ginge nur darum gekonnt und mit Geschick gute Cocktails zu Shaken, manchmal auch zu Rühren oder die Drinks einfach direkt in einem Glas zu mixen.


Die Realität sieht anders aus: Ein Bartender jongliert - wenn man sich den Film "Cocktail" einmal vor Augen hält - nicht nur Gläser und Flaschen, sondern während seinem Dienst an der Bar vielmehr mit Getränkebestellungen, Gäste-Launen, Musik und Organisation – alles gleichzeitig. Die klassischen Zubereitungstechniken sind nur die Basis. Der wahre Kern liegt in Empathie, Kommunikation und dem Multi-Tasking, die dafür sorgen, dass jeder Gast sein perfektes Getränk bekommt.


Wie Eltern bei einer Pyjama-Party – Warum die Bar keine endlose Party ist


Auch wenn es für Gäste wie ein einziges Fest aussieht, läuft der Abend hinter der Bar ganz anders.

Barkeeper sind wie Eltern bei einer Pyjama-Party:

  • Sie arbeiten hart um sicherzustellen, dass alle anderen Spaß haben.

  • Sie behalten die Kontrolle, selbst wenn es laut, bunt und wild wird.

  • Und wenn alle „Kinder ins Bett gehen" bzw. nach Hause, sind sie länger wach und räumen bis spät in die Nacht auf.


Viele fragen sich: „Ist Barkeeper sein stressig?“ Die kurze Antwort: Nur wenn du gleichzeitig 30 Gäste, ebenso viele verschiedene Cocktail Bestellungen und eine Eiswürfelmaschine hast, die genau jetzt streiken möchte ;-)


Cocktail an der Bar und ein Barkeeper

Wie ist die Arbeit hinter der Bar? Barkeeper als Multi-Tasking-Meister


Ein Hobby Cocktail-Enthusiast kann vielleicht daheim einen Daiquiri oder Pornstar Martini mixen. Ein Barkeeper hingegen muss gleichzeitig mehrere Bestellungen bedienen, Eis nachfüllen, Cocktailgläser waschen, die Stimmung im Raum beobachten und auch in diesen stressigen Situationen noch freundlich bleiben.

Multi-Tasking, geistige Belastbarkeit und weitere Softskills sind hier genauso wichtig wie die technischen Fähigkeiten – und genau diese Kombination macht die Kunst des Bartendings aus.


Falls du dir also jemals die Frage stellst: „Warum brauchen Barkeeper so viele Skills?“ Weil sonst in einer gut gefüllten Bar innerhalb von 10 Minuten der Ausnahmezustand herrschen würde.


Der perfekte Drink beginnt mit Kommunikation


Wer „Mach mir irgendwas Gutes“ bestellt, sagt im Grunde: „Ich gebe dir ein unklares Puzzle und hoffe, du machst ein Kunstwerk daraus.“


Je genauer Gäste sagen, was sie mögen – fruchtig, trocken, cremig, herb, erfrischend – desto besser wird der Drink.


Wie bestellt man also richtig an einer Bar? Sag dem Barkeeper, was du magst und was dir schmeckt. Mehr braucht es nicht.


Tipps für angehende Barkeeper: Warum Soft Skills das wahre Geheimnis eines guten Bartenders sind


Zwischen Rühren, Shaken und der Nutzung des Mixers passiert das eigentlich Entscheidende: Menschlichkeit.

Der Barkeeper ist:

  • Gastgeber

  • Psychologe (ohne Ausbildung, aber mit überraschend hoher Erfolgsquote)

  • Schlichter

  • Entertainer

  • Ruhepol – selbst wenn das Lokal im Chaos versinkt


Diese Soft Skills lassen sich nicht in einem Rezeptbuch nachlesen. Sie entwickeln sich im echten Bar-Leben – dort, wo Gespräche, Drinks und Menschen aufeinandertreffen.


Fazit – Ein kleines Plädoyer für ein bisschen mehr Wertschätzung


Der Job als Barkeeper ist einzigartig. Er ist anstrengend, aber erfüllend. Kreativ, aber fordernd. Und nirgendwo sonst erlebt man so viele besondere Momente in einer einzigen Nacht.


Wir Barkeeper geben viel: Zeit, Aufmerksamkeit, Know-how, Geduld und ein Lächeln – auch dann, wenn hinter der Bar gerade das reinste Cocktail-Chaos herrscht.

Alles, was wir uns im Gegenzug wünschen? Ein bisschen Wertschätzung. Ein Bitte, ein Danke, ein freundlicher Blick.


Es kostet nichts – aber es macht den Abend für alle besser.



Barkeeper Ausbildung und Karriere


Es gibt verschiedene Barkeeperschulen im In- und Ausland (oder auch diverse Bildungseinrichtungen, die Barkeeperkurse anbieten).

Egal welcher Anbieter dir die Kunst des Cocktailmixens beibringt - ich vergleiche die Ausbildung zum Barkeeper gerne mit einem Führerscheinkurs:

Du bekommst innerhalb des Kurses (dh. meist in 2-3 Wochen) sowohl in der Theorie und in der Praxis das Know-How und das Rüstzeug zur Arbeit hinter der Bar. Du erfährst und lernst über den Tagesablauf eines Barkeepers in der Bar, welche Aufgaben er hat und wie die Arbeit hinter der Bar funktioniert.

Diese Ausbildungen enden meist mit einer Prüfung - so wie auch der Führerscheinkurs mit einer Prüfung endet. Nur weil man diese dann erfolgreich absolviert hat, heißt das nicht automatisch, dass man schon "gut Autofahren" kann. Die Sicherheit und Routine kommt mit vielen hunderten und tausenden gefahrenen Kilometern. So ist es auch bei Arbeit als Barkeeper - mit der Praxis kommt die Sicherheit. Mit jedem zufriedengestellten Gast kommt die Erfahrung. Also, lasse dich nicht entmutigen, wenn zu Beginn deiner Barkeeper Karriere nicht gleich alles klappt. Bleib neugierig und kreativ.


Wenn du Barkeeper als Hobby siehst und selbst erleben möchtest, wie Technik, Humor und Soft Skills hinter der Bar zusammenkommen, komm zu einem meiner Cocktailkurse– dort zeige ich dir die Welt hinter dem Tresen aus meiner Sicht.


Weitere Impulse zum Thema Barkeeper, Ausbildung, Leidenschaft findest du in einem Interview, das das WIFI Tirol mit mir geführt hat.


Barkeeper Mate Kende

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