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Japanischer Whisky: Wie du echten Japanese Whisky erkennst und wichtige Destillerien findest

23. Aug.
9 Min. Lesezeit

Japanischer Whisky gehört heute zu den bekanntesten Whisky-Kategorien der Welt. Namen wie Yamazaki, Hakushu, Yoichi, Miyagikyo und Chichibu sind Whiskyfans längst ein Begriff.


Japanischer Whisky in Flaschen ohne Etikett

Gleichzeitig ist der Markt komplexer geworden: Nicht jeder Whisky einer japanischen Marke erfüllt automatisch die Standards, die heute innerhalb der japanischen Whiskybranche für die Bezeichnung „Japanese Whisky“ gelten.


Was ist also echter japanischer Whisky? Woran erkennst du ihn? Und welche japanischen Destillerien solltest du kennen?

Die Antwort beginnt mit der Geschichte des japanischen Whiskys – und mit einem Blick auf die heutigen Kennzeichnungsstandards der Japan Spirits & Liqueurs Makers Association (JSLMA).



Was ist japanischer Whisky?


Japanischer Whisky entstand unter starkem Einfluss der schottischen Whiskytradition. Einer der wichtigsten Pioniere war Masataka Taketsuru, der in Schottland Whiskyherstellung studierte und später entscheidend am Aufbau der japanischen Whiskyproduktion beteiligt war.


Gleichzeitig entwickelte sich in Japan eine eigene Produktions- und Blending-Kultur. Die JSLMA beschreibt, dass der Austausch von Whiskybeständen zwischen unabhängigen Produzenten in Schottland traditionell wesentlich verbreiteter war als in Japan. Japanische Hersteller entwickelten deshalb innerhalb ihrer eigenen Strukturen unterschiedliche Whisky-Stile – unter anderem durch verschiedene Hefestämme, Fermentationszeiten, Destillationsverfahren, Fassarten und Reifebedingungen.


Das erklärt eine Besonderheit japanischer Whiskyproduktion: Ein Hersteller kann aus seinen eigenen Destillaten eine ungewöhnlich große Bandbreite an unterschiedlichen Aromen und Stilen erzeugen.


Dabei ist wichtig, zwischen Whisky, der in Japan hergestellt wird, und „Japanese Whisky“ nach den JSLMA-Standards zu unterscheiden.


Warum wurde japanischer Whisky weltweit so erfolgreich?


Der internationale Erfolg japanischer Whiskys begann nicht erst mit dem großen Boom der 2010er-Jahre.

Bereits 2001 erhielt beispielsweise der Yoichi Single Cask 10 Years Old bei einem internationalen Whiskywettbewerb die höchste Auszeichnung. Nikka bezeichnet dies als einen wichtigen Meilenstein für japanischen Whisky. In den folgenden Jahren erhielten japanische Marken weitere internationale Auszeichnungen.

Besonders große internationale Aufmerksamkeit erhielt Japan jedoch 2014.


japanischer Whisky - Yamazaki Destillerie

Yamazaki Sherry Cask 2013 und die Whisky Bible 2015


Am 12. November 2014 veröffentlichte Suntory die Nachricht, dass der Yamazaki Sherry Cask 2013 in Jim Murrays Whisky Bible 2015 zum „World Whisky of the Year“ gewählt worden war.

Der Whisky erhielt 97,5 von 100 Punkten. Nach Angaben von Suntory war es das erste Mal in der damals elfjährigen Geschichte der Whisky Bible, dass ein japanischer Whisky diese Auszeichnung erhielt.

Diese Auszeichnung war ein wichtiger internationaler Aufmerksamkeitsschub. Sie war allerdings nicht der Beginn des japanischen Whiskys und auch nicht der einzige Grund für dessen späteren weltweiten Erfolg.

Die steigende internationale Nachfrage traf auf eine begrenzte Verfügbarkeit älterer Lagerbestände.

Dadurch wurden bestimmte japanische Whiskys zunehmend schwer erhältlich und entsprechend teurer.


Welche Arten von japanischem Whisky gibt es?


Bei japanischem Whisky findest du – wie in anderen großen Whiskyregionen – verschiedene Kategorien. Die Begriffe Single Malt, Blended Malt und Blended Whisky beschreiben dabei vor allem die Zusammensetzung des Whiskys.


Japanese Single Malt


Ein Single Malt wird ausschließlich aus gemälztem Getreide hergestellt und stammt aus einer einzigen Destillerie.

Wichtig: „Single“ bedeutet nicht, dass nur ein Fass oder nur ein Jahrgang verwendet wurde. Ein Single Malt kann aus vielen verschiedenen Fässern und Destillaten derselben Destillerie zusammengestellt werden.


Bekannte japanische Single-Malt-Destillerien sind beispielsweise:

  • Yamazaki

  • Hakushu

  • Yoichi

  • Miyagikyo

  • Chichibu

  • Mars Komagatake


Die Bezeichnung „Single Malt“ allein sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob ein Whisky die JSLMA-Standards für „Japanese Whisky“ erfüllt.


Japanese Blended Malt


Ein Blended Malt besteht ausschließlich aus Malt Whiskys, die aus mehr als einer Destillerie stammen.

Auch hier gilt: Die Bezeichnung beschreibt zunächst die Zusammensetzung und nicht automatisch die geografische Herkunft.

Wenn ein Produkt als „Japanese Whisky“ nach den JSLMA-Standards bezeichnet wird, müssen die dafür geltenden Herkunfts- und Produktionskriterien erfüllt sein.


Japanese Blended Whisky


Ein Blended Whisky kombiniert Malt Whisky mit Grain Whisky.

Grain Whisky kann beispielsweise in kontinuierlich arbeitenden Brennapparaten hergestellt werden. Die Kombination verschiedener Malt- und Grain-Whiskys ermöglicht es einem Master Blender, unterschiedliche Aromen, Texturen und Charaktere miteinander zu verbinden.


Ein bekanntes Beispiel ist Nikka From The Barrel. Nikka beschreibt ihn als Blend aus mehr als 100 Malt- und Grain-Whiskys, darunter vor allem Malt Whiskys aus den beiden japanischen Nikka-Destillerien Yoichi und Miyagikyo sowie Coffey Grain Whiskys. Nach dem Blending werden die Whiskys für einige Monate gemeinsam weitergelagert – Nikka bezeichnet diesen Vorgang als „Marriage“.


japanischer Whisky - Flaschen an einer Bar

Was ist „Japanese Whisky“ nach den JSLMA-Standards?


Das ist die wichtigste Frage, wenn du japanischen Whisky heute richtig einordnen möchtest.


Die Japan Spirits & Liqueurs Makers Association (JSLMA) veröffentlichte am 12. Februar 2021 Standards für die Kennzeichnung von „Japanese Whisky“.

Sie traten am 1. April 2021 in Kraft. Die Übergangsregelung für bereits entsprechend gekennzeichnete Produkte lief bis zum 31. März 2024.


Wichtig ist die genaue Einordnung:

Die JSLMA-Standards sind eine Branchenregel der teilnehmenden Unternehmen und keine staatliche gesetzliche Herkunftsbezeichnung.

Nikka bezeichnet sie ausdrücklich als eine von den Verbandsmitgliedern eingeführte interne Regel zur Definition von „Japanese Whisky“.


Die wichtigsten JSLMA-Kriterien


Ein Whisky kann nach diesen Standards als „Japanese Whisky“ gekennzeichnet werden, wenn alle relevanten Anforderungen erfüllt sind.


1. Die Rohstoffe müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Verwendet werden dürfen:

  • gemälzte Getreidesorten

  • andere Getreidesorten

  • in Japan gewonnenes Wasser

Gemälztes Getreide muss immer Bestandteil des Whiskys sein.


2. Maischen, Fermentation und Destillation müssen in Japan stattfinden

Die wesentlichen Produktionsschritte müssen in einer Destillerie in Japan durchgeführt werden.

Dazu gehören:

  • Maischen bzw. Saccharifikation

  • Fermentation

  • Destillation

Der Alkoholgehalt des Destillats darf zum Zeitpunkt der Destillation 95 % vol. nicht erreichen bzw. muss darunter liegen.


3. Der Whisky muss mindestens drei Jahre in Japan reifen

Das Destillat muss in Holzfässer mit einem Fassungsvermögen von höchstens 700 Litern gefüllt und anschließend mindestens drei Jahre in Japan gereift werden.


4. Die Abfüllung muss in Japan erfolgen

Die Abfüllung muss in Japan stattfinden.

Der Whisky muss zu diesem Zeitpunkt mindestens 40 % vol. Alkohol aufweisen.


5. Zuckerkulör ist nach den Standards zulässig

Die JSLMA-Standards erlauben die Verwendung von plain caramel colouring, also einfachem Zuckerkulör, zur Farbanpassung. Die Farbe eines Japanese Whiskys ist deshalb nicht automatisch ausschließlich auf die Fassreifung zurückzuführen.


japanischer Whisky - ein Blick auf den verschneiten Berg

Warum ist die JSLMA-Regel für Whiskyfans wichtig?


Der Hintergrund der Standards ist die zunehmende Verwirrung darüber, welche Produkte tatsächlich als japanischer Whisky eingeordnet werden können.

Die JSLMA beschreibt selbst Fälle, in denen Produkte mit ausschließlich importierten Whiskys als „Japanese Whisky“ verkauft wurden. Ziel der Standards war deshalb, die Definition klarer zu machen und Verbrauchern eine bessere Orientierung zu geben.

Das bedeutet aber nicht, dass jede japanische Whiskyflasche vor Einführung der Standards automatisch „falsch“ oder minderwertig war.


Die Geschichte der japanischen Whiskyproduktion ist komplex. Die JSLMA selbst weist darauf hin, dass japanische Hersteller im Laufe der Geschichte sowohl eigene Destillerien als auch ausländische Destillerien genutzt und teilweise importierten Whisky für Blends eingesetzt haben. Diese Entwicklung gehört zur Geschichte der japanischen Whiskyindustrie.

Deshalb sollte man zwischen „Whisky aus Japan“ und „Japanese Whisky nach JSLMA-Standard“ unterscheiden.


Ist jeder Nikka Whisky ein Japanese Whisky?

Nein.

Das ist eine der wichtigsten praktischen Erkenntnisse für Verbraucher.

Nikka erklärt auf seiner offiziellen Website ausdrücklich, dass das eigene Sortiment sowohl Whiskys enthält, die nach den JSLMA-Standards als „Japanese Whisky“ definiert sind, als auch Produkte, die nicht alle Kriterien dieser Standards erfüllen. Nikka stellt deshalb für einzelne Produkte zusätzliche Informationen bereit.

Das zeigt sehr deutlich:

Der Name einer japanischen Marke allein reicht nicht aus, um die Herkunft und Herstellung eines konkreten Whiskys zu beurteilen.


Beispiel: Nikka From The Barrel

Nikka From The Barrel eignet sich besonders gut, um die Komplexität japanischer Whiskyblends zu verstehen.

Nikka beschreibt die Abfüllung als Blend aus mehr als 100 Malt- und Grain-Whiskys. Verwendet werden unter anderem Malt Whiskys aus Yoichi und Miyagikyo sowie Coffey Grain Whiskys. Nach dem Zusammenführen werden die verschiedenen Whiskykomponenten nochmals gemeinsam gelagert.

Die offizielle Nikka-Seite zu den Kennzeichnungsstandards erklärt gleichzeitig, dass das Nikka-Sortiment Produkte umfasst, die die JSLMA-Kriterien erfüllen, und Produkte, die nicht alle Kriterien erfüllen.

Für Verbraucher ist deshalb die konkrete Produktinformation entscheidend – nicht allein der Markenname.


Die wichtigsten japanischen Whisky-Destillerien


Japan besitzt heute eine vielfältige Whiskylandschaft. Einige Destillerien sind aufgrund ihrer Geschichte und ihres Einflusses besonders wichtig.


Yamazaki – wo Suntorys Whiskygeschichte begann


Die Yamazaki Distillery wurde 1923 von Suntory-Gründer Shinjiro Torii aufgebaut und gilt als Japans erste und älteste Malt-Whisky-Destillerie.

Torii orientierte sich an der schottischen Whiskytradition, suchte aber bewusst einen Standort mit anderen klimatischen und natürlichen Bedingungen. Die Lage von Yamazaki zwischen Kyoto und Osaka und die dortigen Wasserquellen spielen für die Geschichte der Destillerie eine wichtige Rolle.

Die eigentliche Whiskyproduktion begann dort 1924.

Bekannt für: komplexe und fruchtige Single Malts sowie unterschiedliche Fassprofile, darunter Sherry-, amerikanische Eichen- und japanische Mizunara-Fässer.


Hakushu – Whisky aus den japanischen Südalpen


Die Hakushu Distillery wurde 1973 als zweite Suntory-Destillerie gegründet. Sie liegt am Fuß des Mt. Kaikomagatake in den japanischen Südalpen.

Suntory beschreibt Hakushu als einen Single Malt mit frischen, kräuterigen und sanft rauchigen Eigenschaften. Die natürliche Umgebung und das weiche Bergwasser sind zentrale Bestandteile der Standortphilosophie.

Bekannt für: frische, kräuterige und je nach Abfüllung rauchige Aromen.


Yoichi – Masataka Taketsurus Vermächtnis


Die Geschichte von Yoichi ist untrennbar mit Masataka Taketsuru und der Entstehung von Nikka verbunden.

Die Vorgängerfirma von Nikka wurde 1934 gegründet. Im selben Jahr wurde die Yoichi Distillery fertiggestellt. 1936 begann die Whiskyproduktion. Der erste Nikka Whisky kam später, im Jahr 1940, auf den Markt.

Yoichi ist unter anderem für seine traditionelle Beheizung der Pot Stills mit direktem Kohlefeuer bekannt.

Bekannt für: kräftige, malzige und teilweise rauchige Whiskyprofile.


Miyagikyo – die zweite Nikka-Destillerie


Die Miyagikyo Distillery wurde 1969 fertiggestellt und sollte einen deutlichen stilistischen Kontrast zu Yoichi schaffen. Nikka beschreibt Miyagikyo als einen Whisky mit einem anderen Charakter als der eher kräftige Stil von Yoichi.

Die Destillerie produziert unter anderem Malt Whisky und verfügt über Coffey Stills für Grain Whisky.

Bekannt für: elegantere, fruchtige und weichere Whiskyprofile.


Chichibu – die jüngere Generation


Chichibu steht für die jüngere Generation japanischer Whiskyproduzenten.

Die Destillerie ist deutlich jünger als Yamazaki, Yoichi oder Hakushu und zeigt, dass japanischer Whisky heute nicht mehr ausschließlich von den großen Traditionsunternehmen Suntory und Nikka geprägt wird.

Chichibu ist besonders bei Whiskyenthusiasten für limitierte und international gefragte Abfüllungen bekannt.


Mars Komagatake – Whisky aus den Zentralalpen


Auch Mars Whisky gehört zu den wichtigen japanischen Whiskyproduzenten.

Die Geschichte der Whiskyproduktion von Hombo Shuzo reicht bis 1949 zurück. Die heutige Mars Komagatake Distillery, früher Mars Shinshu Distillery, wurde 1985 in der Präfektur Nagano gegründet. Sie liegt am Fuß des Mt. Komagatake in den Zentralalpen.

Die Destillation wurde dort 1992 zunächst eingestellt und 2011 wieder aufgenommen.

Damit ist Mars ein gutes Beispiel dafür, dass die Geschichte japanischer Whiskyproduktion nicht ausschließlich aus einer kontinuierlichen Entwicklung seit der Gründung einer Destillerie besteht.


Pure Malt japanischer Whisky

Warum ist japanischer Whisky so teuer?


Der hohe Preis bestimmter japanischer Whiskys hat verschiedene Ursachen.

Dazu gehören unter anderem:

  • begrenzte Lagerbestände

  • lange Reifezeiten

  • hohe internationale Nachfrage

  • limitierte Abfüllungen

  • seltene Jahrgänge

  • besondere Fassreifungen

  • Sammlerinteresse


Gerade bei älteren Abfüllungen bekannter Destillerien kann die verfügbare Menge begrenzt sein.

Ein hoher Preis ist allerdings kein objektiver Qualitätsnachweis.

Ein Whisky kann selten und teuer sein und trotzdem geschmacklich nicht deinen persönlichen Vorlieben entsprechen. Umgekehrt können weniger bekannte oder jüngere Abfüllungen hervorragende Whiskys sein.


Wie erkennst du einen japanischen Whisky beim Kauf?


Wenn du eine Flasche japanischen Whisky kaufst, solltest du nicht nur auf das Design oder den Markennamen achten.

Diese fünf Fragen helfen:

1. Wer stellt den Whisky her?

Suche nach einer konkreten Hersteller- oder Destillerieangabe.

2. Wo wurde der Whisky hergestellt?

Eine japanische Marke bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Whisky in Japan hergestellt wurde.

3. Erfüllt das Produkt die JSLMA-Kriterien?

Bei vielen bekannten Herstellern findest du dazu Informationen auf der offiziellen Website.

4. Welche Art von Whisky ist es?

Handelt es sich um einen Single Malt, Blended Malt, Grain Whisky oder Blended Whisky?

5. Was sagt der Hersteller selbst?

Bei komplexen Produkten ist die offizielle Produktinformation häufig die zuverlässigste erste Quelle.


Häufige Fragen zu japanischem Whisky


Was ist Japanese Whisky?

Japanese Whisky bezeichnet nach den JSLMA-Standards einen Whisky, dessen Rohstoffe, Herstellung, Reifung und Abfüllung bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem japanisches Wasser, Herstellung der wesentlichen Produktionsschritte in Japan, mindestens drei Jahre Reifung in Japan und Abfüllung in Japan mit mindestens 40 % vol.


Ist jeder japanische Whisky automatisch „Japanese Whisky“?

Nein. Die Bezeichnung einer Marke oder die Tatsache, dass ein Unternehmen seinen Sitz in Japan hat, reicht dafür nicht aus. Entscheidend sind die konkreten Produktions- und Kennzeichnungsbedingungen.


Ist jeder Nikka Whisky Japanese Whisky?

Nein. Nikka erklärt ausdrücklich, dass das Sortiment sowohl Produkte umfasst, die die JSLMA-Kriterien erfüllen, als auch Produkte, die nicht alle Kriterien erfüllen.


Was ist der bekannteste japanische Whisky?

Zu den international bekanntesten Namen gehören Yamazaki, Hakushu, Yoichi und Miyagikyo. Eine objektive Rangliste des „besten“ japanischen Whiskys gibt es dagegen nicht – Geschmack ist individuell.


Was ist der Unterschied zwischen Yamazaki und Hakushu?

Beide sind Single Malts von Suntory, stammen aber aus unterschiedlichen Destillerien und Produktionsumgebungen. Yamazaki ist unter anderem für komplexe und fruchtige Profile bekannt. Hakushu wird von Suntory als frisch, kräuterig und sanft rauchig beschrieben.


Ist japanischer Whisky besser als Scotch?

Das lässt sich nicht objektiv beantworten. Japanische Whiskyproduktion wurde stark von Schottland beeinflusst, entwickelte aber eigene Produktions- und Blending-Traditionen. Beide Whiskywelten bieten unterschiedliche Stilrichtungen.


Muss japanischer Whisky mindestens drei Jahre alt sein?

Wenn er nach den JSLMA-Standards als „Japanese Whisky“ bezeichnet werden soll: ja. Die Standards verlangen eine Reifung von mindestens drei Jahren in Japan in Holzfässern mit maximal 700 Litern Fassungsvermögen.


Kann Japanese Whisky importierten Whisky enthalten?

Ein Produkt, das die JSLMA-Kriterien für „Japanese Whisky“ erfüllt, muss die darin festgelegten Anforderungen an Rohstoffe, Herstellung, Reifung und Abfüllung erfüllen. Historisch wurden in Japan allerdings auch importierte Whiskys für bestimmte Produkte und Blends verwendet. Diese historische Praxis ist ausdrücklich Teil der von der JSLMA beschriebenen Entwicklung der japanischen Whiskyindustrie.


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Fazit: Japanischen Whisky richtig einordnen


Japanischer Whisky ist heute eine eigenständige und international bedeutende Whiskywelt.

Seine Geschichte reicht von den Anfängen bei Yamazaki über Masataka Taketsuru und Nikka bis zu jüngeren Destillerien wie Chichibu. Gleichzeitig hat sich der Markt in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert.

Wer japanischen Whisky kaufen oder verkosten möchte, sollte deshalb genau hinsehen.

Ein japanischer Markenname allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Whisky die JSLMA-Standards für „Japanese Whisky“ erfüllt.

Die Standards der Japan Spirits & Liqueurs Makers Association bieten eine wichtige Orientierung. Noch wichtiger ist aber, die konkrete Abfüllung, den Hersteller und die verfügbaren Angaben zur Herkunft und Herstellung zu betrachten.

Denn guter Whisky beginnt nicht erst beim ersten Schluck.

Er beginnt mit der Frage, was tatsächlich in der Flasche steckt.


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Whisky besteht aus weit mehr als bekannten Marken und schönen Flaschen.

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