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Darf alkoholfreier „Gin“ noch Gin heißen? EU-Urteil & die Zukunft von No‑Alc-Spirituosen

Aktualisiert: 19. Dez. 2025

Im November 2025 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass alkoholfreie Getränke nicht mehr als „Gin“ bezeichnet werden dürfen. Dieses Urteil sorgt für Aufsehen in der wachsenden No-Alcohol-Branche – und wirft die Frage auf, wie alkoholfreie Spirituosen künftig definiert und vermarktet werden.


Doch es geht nicht nur um Gin: Mit der steigenden Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen entwickeln Hersteller immer mehr Produkte, die geschmacklich an Rum, Amaro, Liköre oder klassische Spirituosen erinnern, ohne Alkohol zu enthalten. Das EuGH-Urteil wirkt daher wie ein Wendepunkt für die gesamte Kategorie alkoholfreier Spirituosen.

Gericht hammer und Gerechtigkeit Waage

EuGH-Urteil: Was steckt dahinter?


Gin ist in der EU ein geschützter Begriff. Laut Verordnung (EU) 2019/787 muss Gin ein „spirit drink“ sein und mindestens 37,5 % vol. Alkohol enthalten. Alkoholfreie Nachbildungen fallen damit nicht unter diese Definition.

Der EuGH stellte klar: Alkoholfreier Gin kann irreführend sein, da Verbraucher:innen erwarten könnten, dass diese Produkte in Herstellung, Geschmack oder Qualität einem klassischen Gin entsprechen. Die Entscheidung schützt somit Verbraucher:innen und bewahrt gleichzeitig die Integrität geschützter Spirituosenbezeichnungen.


Folgen für Hersteller von No-Alc-Produkten


Für Hersteller bedeutet das Urteil vor allem eines: Anpassung. Wer bislang alkoholfreien Gin als „non-alcoholic gin“ vermarktet hat, muss seine Bezeichnungen und Marketingstrategien überarbeiten.

Gleichzeitig eröffnet sich die Chance, eigene, eigenständige Kategorien für "alkoholfreie Spirituosen" zu etablieren.


Sicherere Formulierungen wären etwa:

  • „Botanical Drink (alkoholfrei)“

  • „Juniper-forward Non-Alcoholic Blend“

  • „Gin-inspiriertes alkoholfreies Getränk“


Ziel ist es, den Charakter der Produkte zu kommunizieren, ohne gesetzlich geschützte Spirituosenbegriffe zu verletzen. Transparente Etiketten und klare Kommunikation schaffen Vertrauen bei Konsument:innen und verhindern rechtliche Konflikte.


Auswirkungen auf Konsument:innen


Für Käufer:innen bedeutet das Urteil vor allem Klarheit. Alkoholfreier Gin ist kein klassischer Gin – und muss dies auch offen zeigen. Für Genießer:innen, die bewusst alkoholfreie oder Low-ABV-Alternativen wählen, ist das eine Chance: Sie erhalten echte, kreative Produkte mit klarer Identität statt Nachahmungen.


Cocktail mit Dekoration

Alkoholfreie Spirituosen wie Gin: Der Markt wächst


Der Trend geht längst über Gin hinaus. Immer mehr alkoholfreie Getränke orientieren sich geschmacklich an Rum, Whisky, Amaro oder Likören, entwickeln eigene Aromenprofile und bieten komplexe Geschmackserlebnisse.

Diese Kategorie wird unter dem Begriff „alkoholfreie Spirituosen“ zusammengefasst – rechtlich sensibel, aber vom Markt stark nachgefragt.


Das EuGH-Urteil wirkt hier wie ein Katalysator: Hersteller müssen eigenständige Namen und Identitäten schaffen, was langfristig zu mehr Vielfalt und Innovation führt. Konsument:innen profitieren von transparenten, aromatischen Alternativen, die nicht nur Mocktails sind, sondern echte Geschmackserlebnisse bieten.


Auswirkungen auf Bars & Gastronomie


Für Bars bedeutet die neue Rechtslage vor allem Chancen:

  • Alkoholfreie Optionen sichtbar machen: Statt alkoholfreier Gin-Varianten können Bartender eigene No-Alc-Kreationen anbieten, die Geschmack und Charakter haben.

  • Zebra-Striping und alternative Trinkkonzepte: Bars können alkoholfreie und alkoholische Drinks bewusst abwechseln, um ein bewusstes Trink-Erlebnis zu schaffen.

  • Klarheit für Gäste: Die Karte kommuniziert transparent, welche Getränke alkoholfrei sind, und schafft Vertrauen bei Kund:innen.


Fazit: Kein Namensstreit, sondern Wendepunkt


Das EuGH-Urteil ist mehr als eine juristische Formalität. Es markiert den Beginn einer neuen Ära für alkoholfreie Spirituosen: Hersteller müssen eigene Wege gehen, Konsument:innen erhalten mehr Klarheit und Qualität. Der Markt entwickelt sich weg von bloßen Nachahmungen hin zu echten, eigenständigen und aromatischen No-Alc-Produkten.


Für die Bars bedeutet das: Mehr kreative Möglichkeiten, mehr abwechslungsreiche Getränke und die Chance, den Gästen innovative Geschmackserlebnisse zu bieten.

Für Genießer:innen: Mehr Auswahl, mehr Transparenz und die Freiheit, bewusst zu genießen – ohne Alkohol, aber mit Charakter.


Gin Tasting als Erlebnis


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