Nachhaltiger Whisky 2026: Umwelt, Energie & die Zukunft des Whiskys
- Mate KENDE

- 25. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Manchmal denke ich daran zurück, wie ich vor über 20 Jahren das erste Mal Whisky‑Pur verkostet habe – damals war Nachhaltigkeit kein Thema, sondern eher ein ferner Gedanke. Heute sieht die Welt anders aus: Für mich, als jemand, der inzwischen auch selbst Tastings anbietet und Whisky nicht nur trinkt, sondern verstehen möchte, ist das Thema nachhaltiger Whisky mehr als spannend.
Denn in vielen Brennereien entstehen inzwischen echte Innovationen: erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft, grüner Biogas‑Transport – Whiskys, die nicht nur gut schmecken, sondern auch mit Verantwortung produziert werden.

Was bedeutet eigentlich nachhaltiger Whisky?
Nachhaltigkeit im Whisky bedeutet weit mehr, als nur „Bio“. Es geht um die Reduktion von CO₂‑Emissionen, den Einsatz erneuerbarer Energien, die Kreislaufführung von Produktionsnebenprodukten und auch um eine ganzheitliche Verantwortung gegenüber Klima und Natur. Einige Brennereien, wie Balmenach, setzen schon seit Jahren auf Biogasanlagen, die Gärreste verwenden, um regenerativen Strom zu erzeugen.
Andere Destillerien wiederum, etwa Bunnahabhain, haben große Biomasse‑Heizanlagen errichtet, um ihre CO₂-Emissionen drastisch zu reduzieren. Und wieder andere, wie Kilchoman, versorgen Teile ihrer Produktion durch Solarstrom direkt vom Dach der Destillerie.
Diese Beispiele zeigen: Nachhaltiger Whisky ist kein Nischenthema mehr, sondern eine greifbare Realität für moderne Brennereien.
Nachhaltige Brennereien im Blick: Beispiele & Innovationen
Bunnahabhain auf Islay hat eine Biomasse‑Heizanlage gebaut, die Gärreste zur Energiegewinnung nutzt – ein bedeutender Schritt Richtung klimaneutrale Destillation.
Glenfiddich setzt bei seinem Logistik‑Netz auf Biogas: Rückstände aus der Whiskyproduktion werden in einen geschlossenen Kreislauf überführt und treiben LKWs an.
Glenmorangie investiert in erneuerbare Energie, unter anderem durch Biogas, grünen Wasserstoff und Photovoltaik auf den Betriebsgebäuden.
Cooper King Distillery strebt sogar nach „Net‑Zero‑Energy-Whisky“: Eine gesamte Produktionsstätte, die ihre Energie aus erneuerbaren Quellen bezieht.
Thy‑Whisky (Dänemark) betreibt Wind‑ und Solarkraft direkt vor Ort, kombiniert Landwirtschaft mit Destillation und reduziert so Transport‑Emissionen.

Warum nachhaltiger Whisky auch geschmacklich interessant ist
Nachhaltigkeit ist keine Einschränkung – ganz im Gegenteil: Für Genießer:innen bedeutet dieser Wandel spannende neue Geschmacksdimensionen. Wenn Brennereien biologischen Anbau fördern, erneuerbare Energie einsetzen oder Reststoffe wiederverwerten, entsteht oft eine tiefere Verbindung zur Herkunft der Rohstoffe. Und dieser bewusste Ansatz kann sich im Aroma des Whiskys bemerkbar machen.
Darüber hinaus gewinnt der Begriff „Green Whisky“ mehr und mehr an Bedeutung: Whiskys, bei denen nicht nur die Reifung zählt, sondern auch der Weg dorthin. Das spricht Konsument:innen an, die nicht nur trinken, sondern verstehen und mitgestalten wollen.
Nachhaltigkeit & Markt: Wie sich umweltbewusster Whisky auf die Zukunft auswirkt
Für Whiskyliebhaber:innen, die gerne bei Tastings teilnehmen: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern ein Teil der Erfahrung.
Bei einem „Green-Whisky“-Tasting lernst du nicht nur Aromen kennen, sondern auch die Geschichten hinter den Brennereien.
Für Sammler:innen: Whiskys mit starkem Nachhaltigkeit‑Narrativ könnten in Zukunft an Wert gewinnen – nicht nur, weil sie (noch) selten sind, sondern weil sie Teil einer positiven Veränderung sind.
In der Barwelt: Nachhaltige Whiskys lassen sich hervorragend mit Cocktails verbinden, die Low‑ABV oder Zero‑Waste-Philosophien widerspiegeln.
Fazit: Nachhaltiger Whisky – Genuss mit gutem Gewissen
Nachhaltiger Whisky ist kein Trend, sondern eine Entwicklung, die die gesamte Branche transformiert. Er verbindet leidenschaftliche Handwerkskunst mit Verantwortung – und zeigt, dass Genuss auch im Einklang mit der Umwelt möglich ist.
Für all jene, die bei Tastings, Seminaren oder in gemütlichen Abenden mehr als nur Aroma erleben wollen, ist dieser Ansatz eine echte Bereicherung. Dieser neue Blick auf Whisky ist nicht nur für Kenner:innen spannend, sondern für jeden, der künftig bewusster trinken möchte – mit Stil, Geschmack und Sinn.
Apropos Tastings und Seminare: Wer Lust hat, Whiskys nicht nur zu trinken, sondern richtig zu erleben, ist bei unseren Whisky-Events genau richtig – Geschmack, Wissen und Spaß inklusive.




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